ILES — Seeökosysteme erleuchten

Im Projekt «Seeökosysteme erleuchten — ILES» wollen wir herausfinden, wie Seen und Gewässerorganismen auf Lichtverschmutzung reagieren. Im Fokus steht das künstliche Himmelsleuchten. Dafür haben die IGB-Wissenschaftler ein spezielles LED-Lichtsystem entwickelt, das jeweils über der Wasseroberfläche in den Versuchszylindern angebracht wurde, um das Himmelsleuchten zu simulieren.
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Dr. Martina Bauchrowitz 
(Öffentlichkeitsarbeit Seelabor)

Tel.: +49 (0)151 40 38 09 62

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ILES — Seeökosysteme erleuchten

Montag, 10.09.2018

Licht oder Schatten

Serbische Forscherin am Stechlinsee

Wie wirken sich die im diesjährigen Seelabor-Versuch eingestellten Bedingungen, nämlich das Himmelsleuchten und die Braunfärbung, auf Unterwasserpflanzen und Periphyton aus? Dieser Frage geht Ivana Trbojević von der Universität Belgrad nach. Gut vier Wochen verbringt die serbische Forscherin dafür am Stechlinsee und verstärkt das Seelaborteam.

Schon in ihrer Doktorarbeit hatte Ivana Trbojević über Periphyton gearbeitet. Das sind Algen, die sich unter Wasser auf Oberflächen ansiedeln. Dort können sie z.B. auch auf den Blättern von Unterwasserpflanzen, sogenannten Makrophyten wachsen. In ihrem Projekt, das sie gemeinsam mit IGB-Forscherin Sabine Hilt während des diesjährigen Seelaborversuchs durchführt, untersucht sie nun sowohl das Periphyton als auch die Makrophyten. Dafür werden Becher mit Unterwasserpflanzen und Aufwuchsträger für das Periphyton 4 Wochen lang in fünf verschiedenen Wassertiefen bis in eine Tiefe von 6 Metern in den Versuchszylindern des Seelabors inkubiert (siehe auch Seelaborversuch 2015).

 

Im Anschluss wird das Periphyton von den Aufwuchsträgern abgeschabt und das Gewicht der gebildeten Biomasse bestimmt. Hinzu kommen weitere Analysen: So soll u.a. untersucht werden, wie viel Nährstoffe (Phosphor) das Periphyton während der Inkubationszeit aufgenommen hat, und aus welchen Algen es zusammengesetzt ist. Bei den Unterwasserpflanzen wird ebenfalls eine Nährstoffanalyse durchgeführt und es wird bestimmt, ob die Pflanzen während der 4 Wochen in den Versuchszylindern gewachsen sind. Dahinter steht die Frage, wie die Makrophyten und das Periphyton auf die veränderten Umweltbedingungen in der Versuchszylindern des Seelabors reagieren: Wird ihr Wachstum durch die Braunfärbung des Wassers mittels Huminstoffen gehemmt bzw. durch das Himmelsleuchten und das somit vermehrte Licht in der Nacht gesteigert?

 

 

Finanziert wird der Aufenthalt von Ivana Trbojević am Stechlinsee durch das EU-Projekt Aquacosm. Von der Möglichkeit, über Aquacosm bei einem Seelabor-Experiment mitzumachen, erfuhr sie beim Sefs Meeting 2017 (Symposium for European Freshwater Sciences) in Olomouc, Tschechien. Dort präsentierten die beiden Aquacosm-Koordinatoren, die IGB-Forscherin Stella Berger und der IGB-Forscher Jens Nejstgaard, den für 2018 geplanten Seelaborversuch.

 

Text und Fotos: Martina Bauchrowitz, IGB

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