ILES — Seeökosysteme erleuchten

Im Projekt «Seeökosysteme erleuchten — ILES» wollen wir herausfinden, wie Seen und Gewässerorganismen auf Lichtverschmutzung reagieren. Im Fokus steht das künstliche Himmelsleuchten. Dafür haben die IGB-Wissenschaftler ein spezielles LED-Lichtsystem entwickelt, das jeweils über der Wasseroberfläche in den Versuchszylindern angebracht wurde, um das Himmelsleuchten zu simulieren.
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Dr. Martina Bauchrowitz 
(Öffentlichkeitsarbeit Seelabor)

Tel.: +49 (0)151 40 38 09 62

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ILES — Seeökosysteme erleuchten

Mittwoch, 08.08.2018

Seelabor mit Fischen besetzt

Je 5 kleine Barsche pro Versuchszylinder erobern ihr neues Refugium

Ein wichtiges Element im Nahrungsnetz von Seen sind die Fische. Das gilt auch für die Versuchszylinder im Seelabor. Darin aber muss die Anzahl der Fische kontrolliert werden, damit die Ergebnisse aus den einzelnen Becken miteinander verglichen werden können. Weil immer wieder Fische aus dem See in die Versuchszylinder springen, müssen vor Beginn eines Versuchs zunächst alle Fische mit Netzen aus den Zylindern entfernt werden. Für den diesjährigen Seelaborversuch wurden heute je 5 kleine Barsche in die Becken eingesetzt. Hilfe bekam das Seelaborteam dabei von Milan Riha und Jan Hlavac, zwei ausgewiesenen Fischexperten aus Tschechien.

Im Zentrum des diesjährigen Seelaborversuchs steht das Wanderverhalten des Zooplanktons, zu denen u.a. die Wasserflöhe zählen. Sie verstecken sich tagsüber im dunklen Tiefenwasser vor ihren Fraßfeinden, den Fischen, und wandern nachts im Schutz der Dunkelheit ins Oberflächenwasser, um dort die Algen abzuweiden. Die Frage ist, ob das Zooplankton sein Wanderverhalten an das veränderte Lichtregime anpasst. Da die Vertikalwanderung jedoch nicht allein durch den Tag-Nacht-Wechsel ausgelöst wird, sondern auch durch chemische Botenstoffe, sogenannte Kairomone, die von den zooplanktonfressenden Fischen abgegeben werden, ist der Besatz der Seelaborzylinder mit Fischen eine Grundvoraussetzung für den Versuch. Aus diesem Grund wurden die 20 am Versuch teilnehmenden Zylinder heute mit je 5 kleinen Barschen – das entspricht der Populationsdichte im Stechlinsee – besetzt.

 

Milan Riha (li) und Jan Hlavac (re), zwei Fischexperten vom Biologischen Zentrum der Tschechischen Akademie der Wissenschaften, waren extra aus dem böhmischen Budweis angereist, um beim Besatz zu helfen. Wichtig dabei ist ein behutsames Handling der Fische, die vor dem Einsetzen gewogen und gemessen wurden.

 

Text und Fotos: Martina Bauchrowitz, IGB

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