«Mein Spezialgebiet sind die Treibhausgase»

Katrin Kohnert mit der selbstgebauten Haube zum Auffangen der Klimagase und dem Gasanalysator auf dem Rücken. © Martina BAuchrowitz, IGB

Schon als Bachelor-Studentin der Geoökologie an der Universität Bayreuth habe ich mich für den Klimawandel interessiert. Da war es für mich nur folgerichtig, im Anschluss den Bayreuther Master-Studiengang in Global Change Ecology zu belegen, der sich nicht nur mit den Mechanismen des Umweltwandels, sondern auch mit der Klimapolitik beschäftigt. Vertiefen konnte ich meine Kenntnisse dann während einer Doktorarbeit am GeoForschungsZentrum (GFZ) in Potsdam. Dabei habe ich untersucht, wie viel Treibhausgase von Permafrostgebieten in der Arktis abgegeben werden, die aufgrund des Klimawandels beschleunigt auftauen. Am IGB arbeite ich nun seit Januar 2019 als Postdoktorandin im CONNECT-Projekt. Hier bin ich für die Messung von Treibhausgasen zuständig und erfasse sowohl Kohlenstoffdioxid (CO2) als auch das, auf 100 Jahre betrachtet, 28-mal klimawirksamere Methan.

 

Im Rahmen von CONNECT interessieren wir uns dafür, wie sich Seenketten verhalten: Ob sich Signale, z.B. Algenblüten, von einem zum nächsten See fortpflanzen und ob weniger verbundene Systeme anders reagieren als stark verbundene Systeme. Diese Fragen testen wir unter anderem mit einem großen Experiment am IGB-Seelabor.

 

Für meine Analysen nutze ich mehrere Techniken. Beispielsweise verwende ich eine selbstgebaute Haube, die ich auf die Wasseroberfläche aufsetze, um die aus dem See entweichenden Treibhausgase aufzufangen und mit dem daran angeschlossenen Gasanalysator direkt zu ermitteln. Ferner bestimme ich die Gaskonzentrationen in etwas größerer Höhe mit einem sogenannten Eddy-Kovarianz-Turm, den wir mit Hilfe von Kollegen vom GeoForschungsZentrum (GFZ) Potsdam am Seelabor installiert haben. Er misst die Klimagase in einer Höhe von ca. 2,5 Metern über der Wasseroberfläche und in einem Umkreis von ca. 200 Metern über dem Stechlinsee. Um schließlich herauszufinden, wie sich der Austausch der Treibhausgase zwischen der Wasseroberfläche und der Atmosphäre großflächig und unter Einbezug des Umlands verhält, arbeiten wir zudem noch mit einem Forschungsflugzeug der FU Berlin. Denn neben dem Versuch am Seelabor untersuchen wir in CONNECT zudem 20 Seen in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg, darunter auch den Stechlinsee. Das Flugzeug ist erstmals im August 2019 in 150 Meter Höhe über unser Untersuchungsgebiet geflogen. Insgesamt helfen uns diese Daten herauszufinden, ob Seen unter den veränderten Umweltbedingungen als Kohlenstoffsenken oder –quellen wirken. Es scheint wohl so zu sein, dass sie im Zuge des Klimawandels mehr Methan an die Atmosphäre abgeben und damit den Klimawandel weiter antreiben.

Katrin Kohnert

ist seit Januar 2019 als Postdoktorandin am IGB Stechlin tätig.

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