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Ich mag neue Herausforderungen

Jens Nejstgaard. © IGB

Im März 2014 trat Dr. Jens Nejstgaard die Stelle als «wissenschaftlicher Koordinator» des Seelabors an. Zusammen mit seinen Kollegen am IGB möchte er das Seelabor zur führenden Versuchsplattform im Bereich experimenteller Seenforschung machen. Geboren in Schweden arbeitete er über 20 Jahre lang als Wissenschaftler an der Universität Bergen in Norwegen, bevor eine Stelle als «Associate Professor» am Skidaway Institut für Ozeanographie an der Universität Georgia in Savannah, USA, annahm. Weil ihn die Herausforderung reizte, seine Erfahrungen ins Seelabor einzubringen, entschied er 3 Jahren später, wieder nach Europa zurückzukehren.

 

Geboren und aufgewachsen bin ich in Schweden zwischen Flüssen und Seen, später hat mich die Meeresküste angezogen und ich habe an der Universität Bergen in Norwegen an Fjorden und im offenen Ozean geforscht. Nun bin ich zurück am See. Meinen Beruf würde ich deshalb als «Aquatischer Biologe» bezeichnen. Hier am Stechlinsee ist die Herausforderung, mich in die Limnologie zu vertiefen. Gleichzeitig kann mein Wissen aus der Meeresbiologie in die Seenforschung einfließen, was ich als Chance ansehe, denn viele der meeresbiologischen Konzepte lassen sich prinzipiell auch auf Seen anwenden. Dass es als Wissenschaftler keinen Stillstand gibt und man sich immer weiterentwickeln muss, macht den Beruf so attraktiv.

 

Seit über 20 Jahren arbeite ich an Mesokosmen. Zwar waren sie bisher alle kleiner als das Seelabor und die meisten befanden sich im Meer. Aber an der Universität Bergen war ich maßgeblich daran beteiligt, die dortigen marinen Mesokosmen – es sind die ältesten, kontinuierlich betriebenen – zu optimieren. Von dort aus habe ich auch das EU-Forschungsprojekt MESOAQUA koordiniert, in dem sich die führenden marinen Mesokosmos-Anlagen Europas zusammengeschlossen haben. Nun freue ich mich, meinen reichen Erfahrungsschatz in die Forschung am Seelabor einzubringen.

 

Übrigens ist nicht nur das Seelabor weltweit einzigartig, sondern auch, dass sich ein so gut ausgestattetes Labor direkt am Ufer in unmittelbarer Nähe zur Anlage befindet. Ich habe schon viele Mesokosmen und die dazugehörigen Laboreinrichtungen gesehen, aber die Labore des IGB Stechlin bieten alle erdenklichen Analysemöglichkeiten. Das Potenzial, hier gute Forschung zu betreiben, ist sehr groß.

 

Für mich war das ein ausschlaggebender Grund, die Stelle als wissenschaftlicher Koordinator des Seelabors anzunehmen. Bei mir laufen alle Fäden zusammen: Ich bin nicht nur für den reibungslosen Verlauf der Seelabor-Experimente zuständig, sondern u.a. auch dafür, neue Projekte aufzugleisen, den Kontakt zu den internen und externen Wissenschaftlern zu halten, und – ganz wichtig – eine fruchtbare wissenschaftliche Atmosphäre zu schaffen. Gemeinsam mit meinen Kollegen am IGB möchte ich das Seelabor zu einer führenden internationalen Forschungsplattform im Bereich experimenteller Seeforschung machen.

Jens Christian Nejstgaard

ist seit 21. März 2014 «Wissenschaftlicher Koordinator» des Seelabors. Vorher war der Schwede Senior-Forscher an der Universität Bergen in Norwegen und «Associate Professor» am Skidaway-Institut für Ozeanographie der Universität Georgia in Savannah, USA.