Start > Stechlinsee > Natur- und Gewässerschutz

Natur- und Gewässerschutz

Rund um den Stechlinsee gibt es eine lange Tradition der Naturschutzarbeit und der naturkundlichen Forschung. Bereits seit 1938 steht der See unter Naturschutz. Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde das Naturschutzgebiet Stechlin auf eine Gesamtfläche von 8670 ha erweitert und ist heute das Kerngebiet des Naturparks Stechlin-Ruppiner Land. Hier finden sich dreizehn der 91 in Deutschland gelisteten, europaweit gefährdeten Lebensraumtypen der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie. Dieses EU-Instrument stellt wissenschaftlich definierte Lebensräume unter besonderen Schutz, um bedrohte Arten und damit die Artenvielfalt zu erhalten. So erfahren seltene Käfer wie der Eremit, zahlreiche Fledermaus- und Amphibienarten aber auch die nur im Stechlinsee vorkommende Fontane-Maräne besonderen Schutz. Das europäische Schutzgebietsnetzwerk NATURA 2000 weist das Gebiet zudem als EU-Vogelschutzgebiet aus. Davon profitieren bedrohte Vögel wie die Große Rohrdommel, der Gänsesäger, die Schellente und der Fischadler.

 

Fischschwarm im Flachwasser. © M. Feierabend

Der Gewässerschutz gehört zu den vorrangigen Zielen im Naturpark. Das 2005 abgeschlossenen EU-Life-Projekt zur Sanierung der Klarwasserseen, Moore und Moorwälder im Stechlinseegebiet stabilisierte den Wasserhaushalt und reduzierte die Nährstoffbelastung. Dafür wurden zum Beispiel künstlich angelegte Entwässerungsgräben verschlossen. Die Menge des abgeleiteten Wassers verringerte sich, die umliegenden Moore wurden wieder vernässt. Dennoch besteht weiterhin großer Handlungsbedarf. Die ökologische Bestandsaufnahme sowie die fortgesetzte Prüfung der Wasserqualität der Seen helfen, negative Entwicklungen rechtzeitig zu erkennen und den Schutz des Gebiets durch geeignete Gegenmaßnahmen langfristig sicher zu stellen. Die langjährigen Datensammlungen des IGB in Neuglobsow für den Stechlinsee sind dabei von unschätzbarem Wert.

 

Im Mittelpunkt des Schutzgebietsmanagements steht die nachhaltige Entwicklung der Stechlinseeregion. Ihre einzigartige Natur und Landschaft ist Grundlage für den Naturtourismus – und deshalb nicht nur aus Naturschutz-, sondern auch aus wirtschaftlichen Interessen dauerhaft zu bewahren. Der Naturpark soll attraktiv für Einwohner, Urlauber, Naturfreunde, Hobbyfotografen und Taucher bleiben. Ausgehend vom NaturParkHaus Stechlin in Menz, dem Besucherzentrum des Naturparks, sensibilisieren Führungen und Infotafeln für die Einmaligkeit, aber auch für die Verletzlichkeit der Stechlinseelandschaft. Sie werben um Verständnis für einige Verbote im Schutzgebiet, die unvermeidbar sind, um die Schönheit und den Wert des Stechlins für nachfolgende Generationen zu bewahren.