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Montag, 17.04.2017

Von jungen Forschern für junge Forscher

Meeting für Nachwuchswissenschaftler in Budweis

Alle zwei Jahre wird der Kongress «Fresh Blood for Fresh Water» organisiert, der sich ausschließlich an junge Gewässerforscherinnen und -forscher richtet. Er wird jedes Mal von einem anderen Institut oder einer anderen Universität organisiert. In diesem Jahr war das Biologische Zentrum der tschechischen Akademie der Wissenschaften in Budweis vom 9. bis 13. April Gastgeber der Konferenz, wo sich knapp 60 Jungforschende – von der Masterstudentin bis zum Postdoc – aus vielen Ländern Europas trafen. Die beiden Seelabor-Forscherinnen Susanne Stephan und Cleo Stratmann waren mit dabei.

Insgesamt vier Nachwuchswissenschaftler des IGB, darunter die beiden Seelabor-Forscherinnen Susanne Stephan und Cleo Stratmann, nahmen am diesjährigen Kongress «Fresh Blood for Fresh Water» vom 9. bis 13. April in Budweis teil. Beide hatte das besondere Format des Meetings angesprochen und so waren sie mit Ergebnissen vom Seelabor-Experiment 2015 in der Tasche nach Tschechien gereist. Mit dem Versuch 2015 wollte das Seelabor-Team untersuchen, wie Seen auf extreme Starkregenereignisse, und ganz konkret auf die dadurch aus den umliegenden Böden in die Gewässer eingetragenen Nährstoffe und Huminstoffe reagieren. Susanne Stephan und Cleo Stratmann interessierte besonders, wie sich diese Stoffeinträge auf das Photosynthese-treibende Phytoplankton – in der Wassersäule schwebende und mit bloßem Auge nicht sichtbare Algen –auswirken. Ihre grundlegende Hypothese war, dass die gelösten Nährstoffe das Wachstum der Algen ankurbeln, während die Huminstoffe deren Entwicklung eher hemmen, da sie den See braun färben, wodurch weniger Licht in die Wassersäule dringen kann und die Photosynthese gehemmt würde

 

Zwei Parameter hatte sich die Doktorandin Susanne Stephan genauer angeschaut hat: die Primärproduktion als Maß für die Photosynthese, und den Chlorophyll-a-Gehalt als Maß für die Algenbiomasse. Ihre Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich das Algenwachstum, das normalerweise durch die Verfügbarkeit der Nährstoffe limitiert wird, durch die Zugabe der Huminstoffe tatsächlich hin zu einer lichtlimitierten Situation entwickelt. Cleo Stratmann hingegen präsentierte erste Ergebnisse zu Enzymtests, die sie für ihre Masterarbeit durchgeführt hatte. Dabei fokussierte sie auf die Alkaline Phosphatase, ein sogenanntes Exo-Enzym, das die Algen synthetisieren und ins Wasser abgeben sobald sie phosphorlimitiert sind, um weiteren organisch gebundenen Phosphor für sich als Nährstoff aufzuschließen. Diesen bekannten Mechanismus, dass die Aktivität der Alkalinen Phosphatase bei steigenden Phosphorkonzentrationen abnahm, konnte die Masterstudentin auch bestätigen. Sie beobachtete aber ein komplexeres Muster, wenn die Huminstoffe als weiterer Faktor hinzukamen, was auf unterschiedliche Enzymregulierungsmechanismen schließen lässt.

 

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Cleo Stratmann (li) und Susanne Stephan in Budweis.

 

Beide Forscherinnen waren insgesamt sehr angetan von dem Kongress in Budweis. «Weil es ein kleines Meeting war und alle Teilnehmenden etwa das gleiche Alter hatten, konnte man viel leichter mit den anderen Wissenschaftlern ins Gespräch kommen», sagt Susanne Stephan. Und ihre Kollegin Cleo Stratmann ergänzt, dass es eine sehr gute Gelegenheit gewesen sei, einen Einblick in Forschungsarbeiten und -ergebnisse anderer Nachwuchswissenschaftler aus unterschiedlichen Bereichen der Gewässerforschung zu bekommen und sein „junges“ Netzwerk auszubauen. Dazu hätten nicht zuletzt auch die vielen informellen Gespräche am Abend bei einem Glas Budweiser Bier beigetragen…

 

 

Fotos: Offizielles Gruppenfoto der Fresh-Blood-for-Fresh-Water-Konferenz 2017; IGB

Text: Martina Bauchrowitz, IGB

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