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TemBi – Klimagetriebene Veränderungen der Biodiversität von Mikrobiota

Im Rahmen der globalen Klimaentwicklung wurden in den letzten Jahrzehnten auch in Deutschland Veränderungen der Lufttemperatur nachgewiesen, die sich auf die Gewässer und die darin lebenden Organismen auswirken. So ist im ausgewählten Untersuchungsobjekt, dem Stechlinsee in Nordbrandenburg, die Wassertemperatur zwischen 1958 und 2008 klimabedingt im oberflächennahen Wasser um ca. 1,5 °C gestiegen. Weiter muss im Zuge des Klimawandels vermehrt mit extremen Wetterereignissen, z.B. Stürmen, gerechnet werden. Ziel des Projekts TemBi war es deshalb, zu untersuchen, welchen Einfluss diese Umweltveränderungen auf die Biodiversität in Seen und zwar insbesondere auf die mit bloßem Auge nicht sichtbaren Gewässerorganismen in der Wassersäule und im Sediment haben.

 

Für die TemBi-Feldexperimente wurde das erst im Jahr 2012 installierte Seelabor erstmalig genutzt. Das Experiment 2013 ging der Frage nach, wie die Gewässerorganismen auf eine Absenkung der thermischen Sprungschicht reagieren würden. Dazu wurde die Thermokline in 6 Versuchszylindern um 2 m gegenüber der natürlich im See existierenden Schicht nach unten verlagert. Im TemBi-Experiments 2014 beschäftigten sich die Forscher mit den Auswirkungen eines Sommersturms auf die Gewässerorganismen. Dafür wurde das Wasser der obersten 14 m in 4 Versuchszylindern für 4 Stunden durchmischt. Im Anschluss wurde jeweils eine Vielzahl von physiko-chemischen und biologischen Parametern analysiert. So konnte das Sturmexperiment u.a. zeigen, dass durch die Einmischung von Nährstoffen und Algen aus dem Tiefenwasser bzw. der Temperatursprungschicht die Entwicklung einer Cyanobakterienblüte (insbesondere Dolichospermum sp.) begünstigt wurde. Dies führte zu einem deutlich erhöhten mikrobiellen Stoffumsatz und Nährstoff-Recycling im Oberflächenwasser, was sich letztlich auch langfristig auf die Ökologie des Sees auswirken kann.

 

  • Projektleitung:
    Dr. Peter Casper und Prof. Dr. Hans-Peter Grossart
  • Projektpartner:
    Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde
    University of Pannonia Veszprém, Ungarn
  • Laufzeit:
    07/2011 — 12/2014
  • Förderung:
    Leibniz-Gemeinschaft

 

Foto: Probenahme am Seelabor.
© IGB